Kleingarten


Der Kleingarten[1], auch Schrebergarten, bezeichnet eine Anlage von Gartengrundstücken, oft entlang von Bahnlinien in städtischen Gebieten, die von Vereinen (Kleingärtnervereinen) verwaltet und günstig an Mitglieder verpachtet werden. Sie sollen der Erholung in der Natur dienen und Stadtbewohnern den Anbau von Obst und Gemüse ermöglichen. Heute findet man in diesen Gärten aber auch Zierpflanzen, die einen positiven optischen Eindruck erzeugen oder angenehm duften. In der Regel befindet sich eine Laube auf jedem Grundstück. Geregelt wird das Kleingartenleben durch die jeweilige Kleingartenordnung eines jeden Vereins.

Der Begriff der Kleingärtnerischen Nutzung wird immer wieder lebhaft diskutiert. Im §1 Absatz 1 des Bundeskleingartengesetzes (BKleinG) aus dem Jahre 1983 wird dokumentiert, was der Gesetzgeber darunter versteht.

Die von den Gemeinden meist pachtbaren Grundstücke werden auch als Grabeland bezeichnet.

Geschichte


Die Kleingartenbewegung geht auf Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber zurück, einen Arzt und Reformpädagogen aus Leipzig.

1864 gründete der Leipziger Pädagoge und Schuldirektor Dr. phil. Ernst Innozenz Hauschild den "Schreberverein", den er nach seinem verstorbenen Kollegen und Mitstreiter Schreber benannte. Hauschild pachtete eine Spielwiese und legte dort kleine Blumengärten an, die von Schulkindern bepflanzt und gepflegt werden sollten. Bald gingen diese Gärtchen in die Obhut der Eltern über und 1869, als die Initiative bereits rund 100 Parzellen umfasste, gab sie sich eine Vereinssatzung. Geräteschuppen, Lauben und Zäune wurden errichtet, und 1891 waren bereits 14 weitere Schrebervereine in Leipzig gegründet worden. Die historische Kleingartenanlage "Dr. Schreber" steht heute unter Denkmalschutz.

Kleingartengebiete wurden vielerorts in Europa ausgewiesen, um der Bevölkerung vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine bessere Ernährung zu ermöglichen. Aufgrund des Wohnungsmangels in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wurden in Kleingartenanlagen die Lauben oft ungenehmigt erweitert und wohnbar gemacht. Diese Schwarzbauten wurden von der Stadtverwaltung meist geduldet und den Bewohnern lebenslanges Wohnrecht zugestanden. So kommt es, dass bis heute in alten Kleingartenanlagen noch kleine Wohnhäuser zu finden sind.

Die gesetzlichen Regeln sind in verschiedenen Ländern unterschiedlich. In den neuen Bundesländern gilt bei einigen Regeln Bestandsschutz, zum Beispiel bei der zulässigen Größe der Lauben, weil die Gesetze in der DDR anders waren als die in der BRD.

Literatur


  • Isolde Dietrich: Hammer, Zirkel, Gartenzaun. Die Politik der SED gegenüber den Kleingärtnern. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2003. ISBN 3-8311-4660-8
  • Hartwig Stein: Inseln im Häusermeer. Eine Kulturgeschichte des deutschen Kleingartenwesens bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Lang, Frankfurt a.M., 1998. (zweite, korrigierte Auflage: 2000, ISBN 3-631-36632-9)
  • Peter Warnecke: Laube, Liebe, Hoffnung. Kleingartengeschichte. Wächter, Berlin 2001. ISBN 3-00-007508-9

[1] aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch e.V.


Anfangs der 20-ger Jahre des vorigen Jahrhunderts, nach dem ersten Weltkrieg setzte im Landkreis Delitzsch eine stürmische Entwicklung des Kleingartenwesens, mit der Gründung vieler Kleingärtnervereine ein. Typische Vereine dieser Zeit sind die Vereine "Eigene Scholle" Delitzsch e.V., "Am Schachtweg" Delitzsch e.V., "1919" Zschortau e.V. oder "Goldene Aue" Krostitz e.V.

In dieser Zeit entstand auch die Stadtgruppe Delitzsch als regionaler Verband. Der Name Stadtgruppe ist etwas irreführend, gehörten doch von Anfang an Vereine aus Landsberg, Krostitz und Eilenburg mit zur Stadtgruppe Delitzsch. Leider fehlen uns für diese Zeit schriftliche Dokumente.

Am 8.10.1933 wurde im Vereinshaus Schloßaue in Eilenburg der Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch e.V. gegründet. Trotzdem erhielt sich im täglichen Sprachgebrauch der Kleingärtner der Begriff "Stadtgruppe- Delitzsch" bis Mitte der fünfziger Jahre. Mit der Gründung der Kreise Eilenburg, Delitzsch und dem Bezirk Halle wurde organisatorisch dieser gewachsene Verband getrennt und später gingen die Vereine als Sparten des VKSK in die Kreisorganisation Eilenburg und Delitzsch, sowie in den Saalkreis Halle.

Am 16.6.1990 erfolgte die Neugründung des Kreisverbandes der Kleingärtner und Siedler Delitzsch e.V. Die Siedler, organisiert in zunächst zwei Vereinen schieden in den folgenden zwei Jahren aus.
Der Kreisverband hat 51 Vereine auf 193 ha Fläche. Außer in Delitzsch selbst betreut der Kreisverband Kleingartenvereine in den Orten Zschortau, Rackwitz, Schkeuditz, Löbnitz, Krostitz, Neukyhna, Zwochau, Hohenroda, Brinnis, Selben und Wiesenena.

Weblinks